Auswertungen eines Interviews

Für wissenschaftliche Arbeiten im Studium, wie eine Bachelorarbeit, Masterarbeit oder Diplomarbeit beispielsweise, gibt es die Möglichkeit Experteninterviews und qualitative Inhaltsanalysen durchzuführen, um so Informationen für die eigene Arbeit zu sammeln. Ein Interview ist immer eine individuelle Befragung einer oder mehrere Personen. Da stellt sich die Frage, wie qualitative Interviews auswerten?

Das Transkribieren

Bevor tatsächlich mit der Interviewauswertung begonnen werden kann gibt es noch einige andere Aufgaben zu erledigen. Da Interviews für eine Abschlussarbeit mitgeschnitten werden, muss das aufgenommene Material erst einmal transkribiert werden, das bedeutet, das gesprochene Wort niederzuschreiben, um so das gesamte Gespräch, als lesbare Datei auf dem Rechner abspeichern zu können. Damit diese Datei übersichtlich wird, müssen die Zeilen, sowie die Seiten, durchnummeriert werden. In einigen Fächern wird mitunter verlangt, tatsächlichen jeden Ton und jede Wortwiederholung mit zu übernehmen, selbst wenn diese den inhaltlichen Sinn keineswegs mittragen. Wichtig ist auch, sich in bestimmten Abständen, vielleicht nach jeder Minute, einen Zeitstempel zu setzten, damit ein späteres wieder auffinden einer bestimmten Stelle in der Audiodatei erleichtert wird. Dies dient ebenfalls der Quellenangabe.

In einem zweiten Arbeitsschritt, werden dann alle überflüssigen Ausdrücke, welcher Art diese auch immer sein sollten, gestrichen und auch Wörter, welche in einem Dialekt gesprochen wurden, werden umgeschrieben.

Die Inhaltsanalyse und Datenauswertung nach Nagel und Meuser

Es gibt sehr unterschiedliche Auswertungsmethoden, darüber gibt es auch ausreichend Literatur zu finden. Das nächste Ziel, welches es zu erarbeiten gilt, ist das Kürzen des Inhalts auf das wesentliche. Dazu ist es besser sich eine Tabelle anzulegen, um dort alle Aussagen, welche vom Interviewpartner getroffen wurden einzutragen, um eine Übersicht aller getätigten Aussagen zu haben. Dazu werden alle Aussagen auf ihre Kernaussage hin zusammengeschrumpft, was bedeutet, dass alles was dem Ausschmücken und der Zeitgewinnung, im Interview gedient hat, nun herausgenommen wird. Dies soll keine Interpretation werden. Es werden im Grunde genommen sämtliche Aussagen paraphrasiert und so formuliert, dass sie genau das zum Ausdruck bringen, was der Interviewpartner letztendlich ausgesagt hat.

In einer weiteren Spalte in dieser Tabelle, werden im folgenden, in einem weiteren Arbeitsschritt, alle Aussagen verallgemeinert beziehungsweise generalisiert.

In der dritten Phase untersuchen wir die Aussagen in der Tabelle, in Bezug auf das Forschungsthema, somit ziehen wir die Aussagen heran, um die vorher aufgestellten Forschungsfragen möglichst zu beantworten. Da die Forschungsfragen im Grunde genommen, nur als Fragen formulierte Hypothesen sind, kann auch gesagt werden, dass in dieser Phase untersucht werden soll, ob mit den Aussagen, die getroffenen Hypothesen bestätigt oder vielleicht sogar widerlegt werden. Es ist natürlich auch möglich, dass ein geführtes Interview zu keinen Ergebnis führt. Was bedeutet, dass eine Hypothese weder bestätigt noch widerlegt werden kann.

Ein qualitatives Interview zu führen ist im Grund genommen gar nicht so schwer insofern der Interviewer sich gut vorbereitet und die richtigen Fragen stellt. Ziel ist es, über den Interviewpartner, an die Informationen zu kommen, die für die eigenen Abschlussarbeit benötigt werden.

Das richtige Zitieren von Teilen eines Interviews

Da das Zitieren für richtiges wissenschaftliches Arbeiten unumgänglich ist, soll auf dieses Thema noch einmal kurz eingegangen werden. Es gilt natürlich auch hier, das Aussagen des Interviewpartners, in der Abschlussarbeit entsprechend gekennzeichnet werden müssen. Es gelten die allgemeinen Regeln für das Zitieren. Deshalb hier noch einmal eine kurze Zusammenfassung für das Zitieren an folgendem Beispiel.

  • Aussagen müssen unverändert zwischen Anführungszeichen stehen.

Der Forscher erklärte dazu,: „Da wir völlig andere Ergebnisse zu Tage gefördert hatten, kamen wir auch zu anderen Schlussfolgerungen.“

  • Einschübe in ein Zitat müssen in Klammern gesetzt werden.

Der Forscher erklärte dazu,: „Da wir völlig andere Ergebnisse zu Tage gefördert haben, [es geht hierbei um das erwähnte Experiment], kamen wir auch zu anderen Schlussfolgerungen.“

  • Auslassungen werden ebenfalls durch Klammern und Auslassungspunkte sichtbar gemacht.

Der Forscher erklärte dazu,: „Da wir […] andere Ergebnisse […] hatten, kamen wir […] zu anderen Schlussfolgerungen.“

  • Quellen müssen, entweder am Zitat, als Fußnote oder im Quellenverzeichnis angegeben werden.

Bei der Befragung selbst sollte natürlich sichergestellt werden, dass keine offene Frage zurück bleibt und sich schriftliches Material, wie beispielsweise die vorbereiteten Fragen, mitgenommen werden. Bilden Sie sich einen Leitfaden, an dem entlang Sie Ihre Fragen stellen. Haken Sie nach, wenn etwas unklar bleibt, um so qualitativer zu Arbeiten und alles an Informationen herauszuarbeiten, was möglich ist. Neue Fragen können Sie zwischendurch immer einbauen. Suchen Sie nach Experteninterviews und Auswertungsbeispielen im Internet und schauen Sie sich dort genau an, wie es gemacht wird. Das Internet aber auch Studenten aus anderen Semestern mit Erfahrung können Tipps oder ein Muster geben. Auch zu einem Interview gehört eine Einleitung, schon allein dafür, dass der Interviewpartner genau weiß wozu er befragt wird.

Wenn Sie mehr zu diesem Thema erfahren möchten empfehlen wir Ihnen die Seiten von https://de.wikipedia.org/.

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